Schreiben

Charaktere entwickeln: Meine Herangehensweise

Charaktere sind, für mich, mit das wichtigste, um das man sich kümmern muss, wenn man vorhat eine Geschichte auf Papier zu bringen. Dafür findet jeder Autor seine eigene, für sich passende Methode.

Wie ich die Charakterentwicklung angehe, und welche Websites mir dabei weiterhelfen, erfahrt ihr jetzt; vielleicht könnt ihr euch ja die ein oder andere Inspiration holen 🙂 :


Grundgerüst

Beginnen wir mal ganz am Anfang: Bevor ich mit der eigentlichen Chararakterentwicklung anfangen kann, muss ich mir natürlich erstmal überlegen, was für eine Art von Charakter ich überhaupt für meinen Roman brauche.  (also ob nun Protagonist/ Antagonist/ Elternteil/ Geschwister/ Freunde/…).

 

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Ein Beispiel für einen kurzen Charaktersteckbrief

Meist habe ich dabei schon eine grobe Idee im Kopf, welches Aussehen und welche grundlegenden Charaktereigenschaften die Figur haben soll, schließlich muss man die Charaktere auf die Geschichte abstimmen und kann, zum Beispiel, nicht einfach einen neurotischen Hippie mit Depressionen und Irokesenschnitt in einen Historischen Roman, der im 12. Jahrhundert spielt, schmeißen 😉 (Warte mal, obwohl… Wär ja mal ne coole Idee. 😉 ).

 

 

Für den seltenen Fall, dass ich irgendeinen (Neben-)Charakter brauchte, aber wirklich gar keinen Plan habe, lasse ich mich auf Pinterest  inspirieren.

Zu jedem neuen Charakter schreibe ich erstmal einen kurzen Text (so um die 4-5 Sätze) in denen ich zunächst die „Eckdaten“ der Figur aufschreibe. Also die Grundlegenden Fakten, wie Herkunft, Alter und Name.


Namen

So oberflächlich das auch klingt, Namen sind für mich immer die halbe Miete (oder zumindest die viertel Miete 😉 ).

Nachdem ich ungefähr weiß, welche Art von Charakter ich für meine Geschichte brauche, fange ich an nach einem passenden Namen zu suchen.
Dabei kann es natürlich sein, dass ich schon von Anfang an einen bestimmten Namen im Sinn habe. Entweder, weil ich ihn so toll finde, dass ich ihn schon immer einem Charakter geben wollte, oder weil ich ihn für die „Rolle“, die mein Charakter zu spielen hat, passend finde.

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Notizen zu dem Namen einer meiner Charaktere

Ansonsten suche im Internet nach Namen, die von der Bedeutung her zu dem Charakter passen. Egal ob wegen des Aussehens oder wegen bestimmten anderen Merkmalen. Dafür benutze ich meistens: baby-vornamen.de . Dort kann man bei „Suche nach Vornamen“ auch nach Namen mit der gewünschten Bedeutung suchen. Ich benutze diese Seite oft. Wirklich sehr sehr oft 🙂 ! Auch für Namen aus der Mythologie habe ich ein Faible. Ich liebe einfach altgriechische Namen!

Ansonsten finde auch (für Fantasy-Romane) FantasyNameGenerators sehr cool. Und das nicht nur für Charakternamen, sonders auch für Namen von Städten, Ländern, Krankheiten, Flüssen… Man kann auf der Seite so ziemlich für alles Phantastische Namen generieren. Und nicht nur das… Also schaut unbedingt mal vorbei 😉


Der Charakter

Nachdem ich zu Grundlegenden Fakten zusammengesammelt habe, geht es nun zum interessanten Teil: Die Persönlichkeit des Charakters. Dabei gehe ich je nach Wichtigkeit der Figur, ausführlicher an die Sache heran.

Es ist sehr wichtig vielschichtige Charaktere für die Geschichte zu haben:  An schlecht entwickelten Charakteren kann ganz schnell mal die ganze Geschichte scheitern. Bei der Entwicklung gibt es eine wirklich sehr lange Checkliste, die ich abarbeite um meinen Charakteren eine interessante Persönlichkeit zu verleihen, die den Leser mitreißt.

Sehr gerne benutze ich für eine ausführliche Charakterisierung Aspekte von hier: Methode zum Charakterisieren . Für fast jeden meiner Charaktere habe ich das dort beschriebene Charakterprofil entwickelt, was mir sehr geholfen hat, meinen Charakteren Persönlichkeit zu geben.

Ich lege großen Wert darauf, den Charakteren Ängste und Schwächen zu verleihen. Niemand ist perfekt, auch Buchcharaktere sollten es nicht sein. Die meisten Leser fühlen sich eher  Charakteren nah, mit denen sie mitfiebern können, die sich auch mal selbst im Weg stehen und ihre kleinen Fehler haben. Diese Aspekte sind für dreidimensionalen Charakter ziemlich wichtig.

Eine ausführliche Vorgeschichte ist für meine Protagonisten, als auch für meine Antagonisten besonders wichtig. Die Vorgeschichte hat oft Einfluss auf die Verhaltenswiese deiner Charaktere in gewissen Situationen

Was mir auch hilft um meinen Charakter kennenzulernen: 100 Fragen für deinen Charakter .


Aussehen

Wie ich über das Aussehen entscheide, ist eigentlich ziemlich simpel. Wie auch sonst oft, habe ich bereits ein Bild von meinem Charakter im Kopf. Wenn ich gar keine Ahnung haben sollte, suche ich mir ein weiteres mal Inspiration von Pinterest 😉
Dabei hilft es mir persönlich  immer, diesen Charakter kurz zu skizzieren und eine kurze Aussehensbeschreibung daneben zu schreiben. So habe ich schließlich ein Charakterportfolio in meinem „Schreibordner“, den ich, während des Schreibens gerne Aufgeschlagen neben mir liegen habe 🙂 . Das ist vor allem gut für mich, da ich, glaube ich, sonst ständig die Haar- oder Augenfarbe meiner Charaktere vergessen würde 😉 !

Wie bei der Persönlichkeit ist es für mich auch beim Charakter wichtig, dass das Aussehen nicht perfekt ist. Wunderschöne Charaktere sind zwar ganz nett, wirken aber, meiner Meinung nach, oft unauthentisch und nervig. Ich mag Charaktere mit Makeln 🙂

 

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Ein paar meiner Charakterskizzen

 


Wie sieht es bei euch aus? Schreibt ihr? Und wenn ja, wie entwickelt ihr eure Charaktere?

 

 

 

 

 

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20 thoughts on “Charaktere entwickeln: Meine Herangehensweise”

    1. Ja, ich weiß, in diesem Bereich waren meine Beiträge in letzter Zeit wirklich ein wenig rar. Ich habe mich ehrlich gesagt mehr auf das praktische Schreiben als auf die Theorie konzentriert, allerdings habe ich fest vor, dies wieder zu ändern 😀 ! Ich schaue mir auf jeden Fall den Betrag an ❤ Danke, dass du mich darauf aufmerksam machst <333 !!

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  1. Also meistens habe ich schon ein ungefähres Bild von meinem Charakter im Kopf. Ich sehe ihn quasi verschwommen vor mir. Dann suche ich einen Namen für ihn/sie und suche auf Pinterest nach Bildern (Girl Photography blonde) oder so und schaue, welches Bild dem in meinem Kopf am nächsten kommt. Ich versuche dann auch noch Zitate, die zu dem Charakter passen zu suchen, Klamotten, die er/sie tragen würde, vielleicht auch, wie er/sie wohnt, etc. Und dann schreibe ich einen Steckbrief auf. Angefangen von Name, Altern, Hobbies bis hin zu Lieblingsmusik, -essen, etc. Auch wenn ich nicht alle Informationen für die Geschichte brauche, ist es für mich wichtig (jedenfalls bei den wichtigsten Personen) einen Steckbrief anzulegen.
    Am Ende schreibe ich noch auf, wie seine Familie ist (also aus welchen Verhältnissen er kommt), wie er früher gelebt hat/ wie er sich entwickelt hat (und woher seine Macken kommen) und dann, wie er momentan wohnt. Das ist insgesamt eine halbe bis ganze Seite, je nach Charakter. Aber wie gesagt mache ich so einen Steckbrief nur bei meinen wichtigsten Charakteren.
    Und während des Schreibens werden mir viele weitere Charakterzüge der Personen klar.
    Liebe Grüße!

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  2. Ich finde deine Seite ziemlich schön gemacht und habe mich ein wenig durchgewühlt!
    Die Art und Weise wie du an die Sache ran gehst finde ich sehr cool und eigentlich genau richtig für sowas!
    Ich werde mich auch durch die Tiefen deines Blogs lesen, wenn ich mal wieder etwas Zeit finden sollte. Auch deine Ideen für Charaktere finde ich sehr schön! Mach weiter so!

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  3. Das sind tolle Tipps 🙂
    die habe ich alle schon mal irgendwie ausprobiert, aber mir fällt das bis heute schwer. Ich schreibe inzwischen tatsächlich immer eine kleine Geschichte aus der Sicht des Charakters. Eine alltägliche Situation, die als Einstieg in die Geschichte passen würde.
    Einfach so für mich. Danach spüre ich den Charakter besser. Und danach muss ich mir unbedingt aufschreiben, wie er aussieht, weil das vergesse ich nach 20 Seiten gern mal. Und was er an hatte, da halte ich dann Protokoll, weil ich ein extrem mieses Gedächtnis habe 😅

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    1. Oh, danke ❤ ! Die Methode eine "Einleitungsgeschichte" aus der Sicht eines Charakters zu schreiben ist echt genial *-* Sollte ich auch mal ausprobieren! Und mit dem Gedächtnis… Da kann ich komplett mit dir mitfühlen. Ich vergesse einfach alles, wenn ich es nicht aufschreibe und es ist extremst nervig mir am Ende meinen Text durchzulesen und festzustellen, dass sich der Charakter scheinbar die Fähigkeit angeeignet hat, alle 3 Seiten seine Kleidung, Augen- und Haarfarbe zu ändern… XD 😉

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  4. Toller Beitrag! Ich hatte auch mal überlegt einen zu diesem oder einem ähnlichen Thema zu schreiben, aber jetzt bist du mir wohl zuvor gekommen 😉
    Mir geht es wie dir: Namen sind für mich unglaublich wichtig. Ich kann Stunden damit verbringen nach dem perfekten Namen zu suchen um dann doch wieder den ersten zu nehmen, der mir begegnet ist…
    Was ich auch cool finde, ist, dass du einen Schreibordner hast – so was sollte ich mir auch mal zulegen, das würde bestimmt vieles erleichtern. 🙂

    Also danke für die vielen neuen Ideen ❤
    Maike

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      1. Gut zu wissen 🙂 Ich werde wohl demnächst damit anfangen den dritten Teil einer Reihe zu schreiben, in dem ich einige neue Figuren einführen muss, die sich wunderbar als Beispiel eignen würden… Mal sehen 😉

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