Autoreninterview

Autoreninterview mit Sina Flammang (Autorin von „Mädchen aus Papier“)

img_40031-e1497795634779.jpgIch hatte das unglaubliche Glück, dass sich Sina Flammang, die Autorin des Buches „Mädchen aus Papier„, zu einem Interview mit mir bereit erklärt hat. Zu ihrem wunderbaren Debütroman „Mädchen aus Papier“ wird in Kürze auch eine Rezension folgen 🙂

c Robert Mayer
(c) Robert Mayer

Sina Flammang, geb. 1986, studierte Literaturwissenschaft sowie Drehbuch und Creative Writing, u.a. bei Doris Dörrie, an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Bereits während des Studiums entwickelte sie Drehbücher und schrieb Kurzgeschichten. 2011 erhielt sie den Förderpreis Junge Ulmer Kunst in der Sparte Literatur und war 2014 mit „Mädchen aus Papier“ für den Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg nominiert. 2016 gewann sie mit der Mystery-Serie „Halbstark“ den Förderpreis zur Weiterentwicklung der „Initiative Fernsehen aus Thüringen“. Sina Flammang lebt und arbeitet in München als Autorin.
Ihre Homepage: http://sinaflammang.com/

 

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Vielen Dank, dass du dich zu dem Interview bereit erklärt hast. Ich bin grade, ehrlich gesagt, ziemlich aufgeregt und wirklich sehr gespannt auf deine Antworten. Damit man ein bisschen mehr dich erfährt: Beschreibe dich bitte in drei Worten.

einfallsreich, kreativ, selbstkritisch

Dein Debüt-Roman „Mädchen aus Papier“ ist am 20. 03. 2017 im cbt-Verlag erschienen. Beschreibe den Roman in 3 Worten.

Traurig, komisch, nachdenklich

Welcher Charakter aus „Mädchen aus Papier“ ist dir am ähnlichsten?

 Das ist schwer… vielleicht Ole? Ich neige auch dazu, mich in Projekte zu verbeißen und dabei zu vergessen, dass andere ihre eigene Art haben, die Dinge anzugehen. Maedchen aus Papier von Sina Flammang

Mit welchem Charakter aus deinem Buch wärest du am liebsten befreundet und warum?

 Mari vermutlich, weil es eine Herausforderung ist, mit ihr befreundet zu sein. Es wird nicht langweilig. Sie ist kompliziert und trotzdem für einen da. Und sie ist mutig, zieht einen mit.

Liest du auch selbst Bücher? Wenn ja, hast du ein Lieblingsbuch?

Ich glaube es ist ganz wichtig für Autoren, selbst viel zu lesen. Mich auf ein Lieblingsbuch festzulegen ist schwer. Gerade lese ich die Bücher von Joachim Meyerhoff, außerdem mag ich Klassiker wie Anton Tschechow und Stefan Zweig. Auch Jugendbücher natürlich, z.B. von Sarah Crossan. Früher mochte ich „Harry Potter“ und hatte auch eine große Fantasy-Phase. „Der goldene Kompass“ ist ein ständiger Favorit.

 Wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?

Ich habe seit meiner Kindheit geschrieben, richtig festgelegt habe ich mich aber erst nach dem Abitur. Ich musste mich erstmal orientieren und habe deshalb auch erst Literatur studiert, bevor ich mich an der HFF München für Drehbuch und Creative Writing beworben habe.

Was ist für dich das Beste am Autor sein?

 Aus dem Nichts etwas entstehen zu lassen. Und die Freiheit, zu arbeiten wann und wo man will.

Hat sich nach deiner Buchveröffentlichung etwas an deinem Leben geändert?

Bisher nicht viel – bis auf die Tatsache, dass nun mir unbekannte Menschen lesen, was ich geschrieben habe und auch darüber sprechen. Bisher hat sich das immer auf meine Mitstudenten und Freunde beschränkt. Das ist natürlich neu und auch schön.

Wie sieht dein typischer Schreiballtag aus?

Meistens schreibe ich daheim oder – wenn ich mal raus will – in einem Café. Morgens bin ich am produktivsten. Schlechtes Wetter hilft auch, sich zu fokussieren 😉 Bei Sonne setze ich mich ja gerne raus, aber das geht oft nicht lange. Entspiegelte Laptops sind leider noch nicht erfunden…

Welche Utensilien dürfen bei dir beim Schreiben nicht fehlen?

Kugelschreiber, Notizbuch, Laptop, eine Tasse (oder gleich Kanne) Tee und am besten eine Flasche Wasser, falls man vergisst, zwischendurch mal aufzustehen.

Hast du Tipps, für angehende Autoren (wie mich 😉 )?

Natürlich viel schreiben, viel lesen… und vielleicht auch mal an Kursen oder Wettbewerben teilnehmen. Das hilft, wenn man auf sich aufmerksam machen will. Vor allem für jüngere Autoren gibt es da viele Angebote.

 Wie kamst du auf die Idee zu „Mädchen aus Papier“?

Ich wollte eine Geschichte über Schwestern schreiben. Dann habe ich mich gefragt: Was ist, wenn man eine Schwester hat, aber gar nicht weißt, wer sie ist? Was macht einen dann zu Schwestern? Mich hat interessiert, wie Mari sich Annika wieder annähert und die Lücke zwischen ihren wenigen Erinnerungen, ihren Vorstellungen und dem „realen“ Mädchen schließt.

Hast du schon vor „Mädchen aus Papier“ Romane geschrieben(, die du vielleicht nie veröffentlich bzw. nie zuende geschrieben hast)?

Ich habe viele Kurzgeschichten geschrieben (vor allem auch während des Studiums) und ein längeres Manuskript. Wer weiß, vielleicht feile ich daran nochmal.

 Du hast ja bereits während des Studium auch Drehbücher entwickelt. Worin, meinst du,  liegt der größte Unterschied zwischen Drehbuch und Roman schreiben, und war die Umstellung schwer?

 Das Schöne an meiner Hochschule ist, dass dort beides unterrichtet wird: Drehbuch und Creative Writing. Der große Unterschied ist eigentlich das Visuelle: Beim Film müssen Gefühle und Gedanken durch Handlungen und Bilder transportiert werden, beim Roman lässt sich die Innenwelt in Worten beschreiben. Außerdem ist ein Drehbuch strengeren Regeln unterworfen: Alles läuft nach einer Aktstruktur, aus der man im besten Fall nicht ausbrechen sollte. Im Roman kann man auch mal länger einen bestimmten Gedanken verfolgen. Ich mag aber beides sehr gern und finde es schön, dass ich zwischen dem Erzählen in Bildern und dem in Worten wechseln kann.

Wie lange hat der Schreibprozess für „Mädchen aus Papier“ gedauert?

 Ich habe während des Studiums angefangen zu schreiben und kann es nicht ganz klar sagen. Alles im allem hat sich das vielleicht über ein Jahr verteilt.

Wann und wie bist du an den Verlag gekommen?

 Ich habe mein Manuskript in Oldenburg beim Jugendbuchpreis eingereicht und wurde nominiert. Dadurch bin ich an eine Agentur gekommen, die mein Buch Verlagen vorgestellt hat.

Genau, du warst für den Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg nominiert. Wie kam es dazu?

 Ich hatte das Manuskript fertiggeschrieben, habe überlegt, wie es damit weitergehen kann und bin dann zufällig im Internet auf den Preis gestoßen.

Was war das für ein Gefühl, als du das erste Mal dein eigenes Buch in den Händen gehalten hast?

 Unwirklich… vor ein paar Jahren hätte ich das noch nicht gedacht.

Hast du für die Zukunft weitere Buchprojekte geplant?

 Ich habe sehr viele Ideen, die aber erstmal sortieren muss – auch in Drehbuch und Roman. Aber ich möchte gerne weitere Bücher schreiben.

Wirst du auf der Frankfurter Buchmesse sein?

Das weiß ich noch nicht sicher, ich überlege es mir aber.

 Hast du schonmal eine Lesung gehalten, bzw. sind in Zukunft Lesungen geplant?

 Ich habe schon kleinere Lesungen gehalten, z.B. anlässlich des Preises in Oldenburg. Momentan sind zwei Lesungen in Schulen geplant.

Jetzt die letzte Frage, bevor noch ein paar kleine Entweder-oder-Fragen kommen: Erinnerst du dich an einen ganz besonderen Moment, den du als Autorin hattest?

Nach meiner ersten Lesung kam ein Mädchen auf mich zu und sagte mir, dass mein Text sie berührt habe. Das war der Moment, als ich mich zum ersten Mal wirklich als „Autorin“ gefühlt und gemerkt habe, dass ich nicht mehr nur für mich selbst schreibe, sondern damit auch bei anderen etwas auslösen kann.

Entweder … oder … 

 Frühaufsteher – Langschläfer?

 Langschläfer…

Harry Potter – Herr der Ringe?

 Harry Potter

Drehbuch schreiben – Roman schreiben?

 Beides

Kaffe – Tee?

 Tee

Filme – Serien?

Momentan eher Serien, da ich mich selbst mit einer beschäftige

Ich danke dir nochmal vielmals, dass du dir die Zeit genommen hast, die Fragen zu beantworten!

 

Quelle (Fotos und Klappentext)

 

 

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