Rezensionen

[Rezension] „Mädchen aus Papier“ von Sina Flammang

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** Vielen Dank an das Bloggerportal Random House für die zur Verfügungstellung dieses Rezensionsexemplares**

Titel: Mädchen aus Papier
Autor: Sina Flammang
Verlag:cbt-Verlag
Format:Hardcover
Ladenpreis: 16,99€
Seitenzahl:372
Genre: Jugendbuch (ab 14)
Thematik: Entführtes Kind, Magersucht, Freundschaft, Liebe, Coming-of-Age

 

Zum Inhalt:

Klappentext (Quelle): Mari ist drei, als ihre Schwester in einem Kaufhaus spurlos IMG_4537[1]verschwindet. Seit Mari sich erinnern kann, schwebt der Schatten der verlorenen Tochter über der Familie und lässt die Verschwundene beinahe realer scheinen als sie selbst. Als Annika nach zwölf Jahren wie aus dem Nichts wieder auftaucht, sind alle überfordert von diesem Geistermädchen, das verschlossen, unzugänglich und geheimnisvoll ist. Während die Eltern krampfhaft heile Welt spielen, fühlt Mari sich mehr und mehr verdrängt. Bis ihr irgendwann nichts anderes übrig bleibt, als selbst zu verschwinden. Zusammen mit ihren Freunden Clementine und Ole macht sie sich auf einen irrwitzigen Trip nach Italien – um am Ende doch zurückzufinden.

Zum Klappentext muss ich jedoch hinzufügen, dass dieser den Inhalt zwar gut zusammenfasst, aber auch alle Ankerpunkte des Plots verrät. Der Trip nach Italien ist übrigens nicht, wie man aus dem Klappentext schließen könnte, Hauptbestandteil des Buches, sondern erstreckt sich vielleicht über die letzten 50 Seiten.
Der größte Teil der Handlung spielt sich also bei Mari zu Hause ab.


Meine Meinung:

Positiv:

Fangen wir, wie es sich gehört, mit den positiven Aspekten des Buches an.

  • Die Kapitelanfänge

Vor jedem Kapitel kommt eine kurze „poetischere“ Textpassage, die ich immer wirklich gerne gelesen habe. Im ersten Moment haben die nicht viel mit der Handlung zu tun, aber sobald man das Kapitel gelesen hat, bemerkt man doch, dass da ein kleiner Zusammenhang besteht. Eine in meinen Augen besonders schöne Passage hier:

Den Himmel gibt es nicht. Meistens sieht er aus wie ein blaues oder graues Zelt, das jemand über uns gespannt hat, um uns zu beschützen. Aber uns will keiner beschützen, und das, was wie ein Zelt aussieht, ist ein Wahrheit ein riesiges Loch, durch das wir direkt ins Universum fallen, in eine atemberaubende Unendlichkeit. (S. 206)

  • Der Humor

Teilweise war der Schreibstil wirklich ziemlich humorvoll und hat mich zum schmunzeln gebracht. Das fand ich dann immer toll 🙂 !
Eine TIMG_4535[1]extstelle, die ich ganz besonders mochte und auch eines meiner Highlight aus dem Buch war, war die Textstelle in der sich die Charaktere über Bibi Blocksberg unterhalten haben. Ja, ihr habt richtig gehört. Als bekennender Bibi Blocksberg Fan seit frühester Kindheit, hat mich allein die Erwähnung ihres Namens glücklich gestimmt. Und als es dann auch noch eine tiefgründige Diskussion über Bibis Bruder gab, der ja nach ein paar Folgen quasi rausgeworfen wurde, wurde ich richtig glückselig.
Die Textstelle ist auf Seite 284, doch wenn ich sie jetzt abschreiben würde, würde ich wahrscheinlich ernsthafte Probleme mit dem Urheberrecht bekommen, deshalb nur die Seite und wenn ihr das Buch habt, schlagt das doch mal nach, wenn ihr Bibi auch so liebt wie ich *-* !

  • Clementine

Clementine ist die beste Freundin unserer Protagonistin und ein Charakter, den ich wirklich in mein Herz geschlossen habe. Ihre lockere und erfrischende Art war mir durch und durch sympathisch und sie hat immer etwas mehr Spaß in das Buch gebracht wenn sie aufgetaucht ist. Vor allem, weil ich die Protagonistin so gar nicht ausstehen konnte (siehe unter „negatives“) , war es gut, dass es zumindest eine Person gab, die ich wirklich mochte.
Jedoch ist Clementine magersüchtig und wirklich dickköpfig. Ihre Freunde haben keine Chance sie zum Essen zu bewegen. Trotz ihrer lässigen und auch oft frechen Art, spürt man vor allem zum Ende des Buches, dass dies alles nur eine Fassade ist. Ein Zitat über sie fand ich besonders schön und einfach so treffend:

Clementine ist nur ein Bild von einem Mädchen, in einem leeren Zimmer, das sich letztendlich selbst von der Wand genommen hat. (S.322)

Negativ:IMG_4532[1]

Das Buch hatte 2 große Schwachpunkte, die mich Stellenweise dezent aufgeregt haben und wegen denen ich mich manchmal nur ganz knapp zurückhalten konnte, das Buch gegen die Wand zu pfeffern. Und tut mir leid, falls das folgende jetzt wie ein kleiner „Rant“ wirkt. Seht das einfach mit einem kleinen Augenzwinkern 😉 .

  • Die Dialoge

Vorweg: Zu meiner Verwunderung wurde die „authentische“ Sprache in den Rezensionen, die ich zu diesem Buch gelesen habe, gelobt und von vielen Rezensenten als großer Pluspunkt angesehen. Ich weiß also nicht, ob es nur mir so ergangen ist, aber falls ihr das Buch gelesen habt, wäre ich froh, wenn ihr eure Meinung dazu in die Kommentare schreiben könntet 🙂 ! Die Dialoge waren für mich nämlich die größte Schwäche am Buch. Dies hat  mich schon irritiert hat, nachdem ich erfahren habe, dass die Autorin auch Drehbücher schreibt, die ja, wie wir alle wissen, auf wörtlicher Rede basieren.
Ich fand den Sprachgebrauch in diesem Roman allerdings stellenweise so unangemessen, dass ich mich an manchen Textstellen wirklich seeeeehr stark daran gestört habe.
Nur um vorweg etwas klar zu stellen: Das Buch ist aus der Sicht der 15 fast 16 jährigen Mari geschrieben und die Handlung spielt im Jahr 2016.
Demnach war meine Irritation Sätze und Wörter wie den folgenden zu Lesen riesig.

„Was weiß denn Liza mit z, die alte Trantüte!“ brüllte ich dazwischen […] (S.61)

Leute… Mal ganz ehrlich. Ihr wollt nicht wissen, wie aggressiv mich dieser Satz gemacht hat XD …
Erstmal: WTF?! Wer zur Hölle benutzt noch das Wort „Trantüte“?  Nein… Einfach nein…
Dann, dass mache Charaktere so komische Spitznamen wie „Liza mit Z“ oder auch (nicht im Beispiel) „Grottenolm“ bekommen… Das kenne ich noch aus „Die wilden Hühner“ und anderen Kinderbüchern und deshalb frage ich mich, ob die Zielgruppe des Buches, wirklich soo jung sein soll, was ich aufgrund der Thematiken, die behandelt werden, die IMG_4539[1]wirklich vermute, oder ob die Autorin einfach ein bisschen an der Altersgruppe herausgerutscht ist.
Außerdem grauenvoll, fand ich dass Namen teilweise Heidi-like mit ihren Pronomen genannt wurden. Also zum Beispiel „Der Papa hat gesagt…“ oder „Die Clementine meinte…“ Es ist ja okay, wenn das jemand aus den, keine Ahnung… 50ern sagt, aber mit 15?!… Ich weiß nicht… Kann aber natürlich auch am Bundesland liegen, dass ich sowas in Hamburg nicht kenne, aber das vielleicht in Bayern oder so, normal ist. Sollte das der Fall sein, dann könnt ihr mir das ja mal schreiben 😀 !

  • Die Protagonistin

Ja… Die gute Mari, unsere herzallerliebste Protagonistin… Nein Stop! Falsches Buch XD … Ich fand Mari einfach nur durch und durch unausstehlich.
Warum?
Weil ich sie in ihrem Handeln einfach null nachvollziehen konnte. Sie ist dermaßen egoistisch und ignorant, dass ich bis zur letzten Seite gehofft habe, dass sie von einem Übergroßen Stein erschlagen wird. Oder, noch besser, von „Annikas Baum“ im Garten, den sie (was mich soooo wütend gemacht hat, das könnt ihr euch echt nicht vorstellen) aus Eifersuch abgehackt hat.
Ich meine, vielleicht ist das ja irgendwie authentisch oder so, übertrieben neidisch zu sein, wenn die tot-geglaubte Schwester nach Jahren wiederkehrt, aber ich konnte diesen Hass in ihr ÜBERHAUPT nicht nachvollziehen…

Fazit:

Insgesamt war das mit dem Lesen ein wirkliches hin und her für mich. Die Handlung und der Schreibstil generell waren zwar gut, aber dann gab es, wie bereits oben aufgeführt diese großen Schwachpunkte, die meinen Lesefluss teilweise wirklich gestört haben. Insgesamt hatte ich jedoch meinen Spaß mit dem Buch. Ich habe mich nie wirklich mit zornverzerrtem Gesicht aufgeregt, sondern natürlich alles eher mit einem Augenzwinkern betrachtet. Zusammenfassend kann man sagen, dass manche Stellen eher schlecht aber andere dafür wirklich richtig gut waren.
Da sich das alles untereinander relativ gut ausgeglichen hat, gebe ich dem Buch insgesamt 3 Sterne.

3 Sterne

Hier kommt ihr zu einem Interview, das ich mit der Autorin geführt habe.


Habt ihr das Buch gelesen?
Wollt ihr es vielleicht noch lesen?
Wie fandet ihr das Buch?


Noch eine lesereiche Zeit euch,

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Mein Buch ist übrigens von der Autorin signiert worden *-* !

eure Felia ❤

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10 thoughts on “[Rezension] „Mädchen aus Papier“ von Sina Flammang”

  1. Boaaah😍 wie machst du das immer? Deine Rezis sind so unglaublich gut und nachvollziehbar 😍 Ich mag auch den Stil mit den positiven und negativen Seiten, da man sonst manchmal gar nicht so gut erkennt was nun positiv oder negativ war (nicht das das in deinen anderen Rezis so ist, sondern eher allgemein, wenn Du verstehst❤)…Ich kann es dir nicht oft genug sagen, maach weiter sooo!!! Wuhuuu 😍 Wir lieben dich😱❤!!!! Hahah ok, kleiner Gefühls Ausbruch 😂😉
    Alles Liebe,
    Rosa ❤❤❤❤❤❤❤

    Gefällt 1 Person

    1. Hey Rosa,
      danke für diesen unendlich lieben Kommentar🤗💕💕!! Deine Worte lassen mein Herz schmelzen😊💕!! Ich glaub das mach ich jetzt öfter so bei halt so 2-4 Sterne Büchern, bei denen es diese 2 Seiten tatsächlich gibt😊… Ist ja nicht immer so😅
      Fühlt euch ganz fest gedrückt😘❤️❤️!
      Alles Liebe,
      Felia💕❤️🌸

      Gefällt mir

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