[Rezension] „Landliebe“ von Jana Lukas

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** Vielen Dank an das Bloggerportal Random House für die zur Verfügungstellung dieses Rezensionsexemplares**

Titel: Landliebe
Autor: Jana Lukas
Verlag: Heyne
Format: Taschenbuch
Ladenpreis: 9,99€
Seitenzahl: 320
Genre: Liebesroman
Thematik: Liebe, Fernsehshow, Rette das Weingut

Zum Inhalt:

Klappentext (Quelle): Ellie hat Geldprobleme und nur eine Chance, ihren Kopf aus der finanziellen Schlinge zu ziehen: die Teilnahme an der TV-Show Landliebe. Vier Wochen muss sie, begleitet von Kameras und in ein Dirndl gequetscht, das bayerische Großstadtdummchen mimen. Das Weingut an der Mosel, das als Drehort dient, ist zwar traumhaft schön, doch Winzer Tom entpuppt sich als hinterwäldlerischer Sturkopf. Und er ist gar nicht erfreut, Ellie als Landliebe-Partnerin aufnehmen zu müssen. Außerdem hat Ellie weder mit Toms Augen gerechnet noch mit seinem Lächeln, das ein Kribbeln in jeden Winkel ihres Körpers jagt …

Das Buch ist aus den Perpektiven der beiden Protagonisten, die im Klappentext ja schon so schön beschrieben wurden, geschrieben. In der 3. Person.
Manchmal darf man auch ein paar Nebencharaktere begleiten, doch größtenteils wurde aus der Sicht von Ellie und Tom geschrieben.

Ellie einen Fehler gemacht, der ihr den Verweis des Jobs als Köchin und 10.000€ Schulden eingebrockt hat. Die Tv-Show scheint für sie eine gute Idee um schnell an Geld zu kommen. Also zieht sie aus München für 4 Wochen aufs Land um die große Liebe zu finden (oder zumindest so zu tun. Sie will ja nur das Geld 😉 .)

Toms Bauerhof, auf dem er Wein herstellt, ist Pleite. Die Konkurrenz will ihn ausnocken und seine einzige Möglichkeit, so schnell wie möglich an Geld zu kommen, ist bei der Sendung mitzumachen und 4 Wochen lang so zu tun, als würde er versuchen sich in Ellie zu verlieben.


„Ein Buch, das einen Joghurt als Namensschwester hat… Davon kann man sich sicher eine Menge erwarten!“ Das war mein erster Gedanke, als ich von dem Buch gehört habe.IMG_5700

Dennoch habe ich ihm eine Chance gegeben und es gelesen.
Der Ausschlaggebende Punkt dafür, war wohl, dass ich für „Tv-Shows“ in Büchern, eigentlich immer ein offenes Ohr habe.
Jedenfalls offener als für solche Sendungen im Fernsehen, denen ich gar nicht abgewinnen kann… xD…
Die Show, „Landliebe“, in deren Rahmen die Handlung des Buches abläuft, ist offensichtlicherweise an das berühmte RTL-Format „Bauer-sucht-Frau“ angelehnt.

Ich muss sagen, ich habe noch nie auch nur eine Folge „Bauer-sucht-Frau“ gesehen. Nicht einmal die Grundsäulen des Konzeptes hinter dieser Show sind/waren mir bekannt… Also klar, ein Bauer sucht eine Frau. Aber mehr könnte ich dir nicht erzählen, wenn du fragen würdest worum es in diesem Format geht.

Spannend fand ich das Buch aber dennoch aus dem Grund, dass es eben in der Kulisse „Tv-Sendung“ spielt. Und deshalb habe ich mich (trotz seines Daseins als Liebesroman) daran gewagt es zu lesen.

Meine Meinung

Positiv:

  • Schreibstil

Der Roman war, dank des flüssigen Schreibstiles, wirklich angenehm zu lesen.
Im Rahmen des 24 Stunden Readathons habe ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Ich kann also garantieren, dass man durch die Seiten wie auf Wolken fliegt (vielleicht sogar auf Wolke 7, wenn man gefallen an einem der Protagonisten findet -wir haben doch alle so unsere Book-Crushes 😉 ).
Poetischere oder gar Zitat-Würdige Textstellen, wie solche, die ich beispielsweise haufenweise bei „Drei Meter unter Null“ von Marina Heib markieren konnte, habe ich allerdings fast gar keine finden können. Deshalb habe ich in diese Rezension auch kaum Zitate einbinden… Ich habe einfach keine gefunden :-/
Besondere Schreibqualitäten hat die Autorin, meiner Meinung nach, -auch wenn das jetzt komisch klingen mag- in den etwas erotischeren Szenen des Buches bewiesen.
Aber keine Sorge (an die Verachter von Erotik unter euch 😛 ) : Viele gab es davon nicht 😉

  • Was nettes für Zwischendurch

Leichter Schreibstil bedeutet ja meistes, dass das Buch leicht zu lesen ist.
Wer seichte Literatur Bücher lesen will, ist hier genau richtig.
Happy End ist garantiert. Und das ist KEIN Spoiler, das steht schon bei der Autorenbeschreibung hinten schon genau so drauf. Und ich meine, schon bei dem Cover ist wohl kein all zu dramatisches Ende zu erwarten 😉

Generell kann man eigentlich sagen: Das Buch hält genau das, was auch schon das Cover verspricht: Eine seichte, blumige Liebesgeschichte für Zwischendurch.
Perfekt für dein lauwarmen Sommerabend auf dem Balkon, wenn man einfach nur mal abschalten will, ohne sich das Gehirn an einem Krimi oder komplexen Fantasy-Roman zu zermatern.

  • HumIMG_5697orvoll

Auch wenn ich beim Lesen nie lauthalt loslachen musste, so muss ich doch sagen, dass ich teilweise auf recht humorvolle Dialoge und skurrile Situationen gestoßen bin, die mich immer wieder unterhalten konnten.
Am Anfang eines jeden Kapitels gibt es sozusagen die „Regieanweisungen“ für den Dreh einer neuen Szene.

  • Die Nebencharaktere

Anders als die Hauptpersonen, auf die ich gleich noch zu sprechen kommen werde, waren die Nebencharaktere ein wirklich unterhaltsamer Faktor am Buch.
Zumindest 2 von ihnen, auf die ich jetzt näher eingehe:

Holzmaier: Holzmaier (wie auch immer er mit Nachnamen heißen mag) ist der Regisseur unserer Landliebe Sendung. Und er hat für wirklich skurrile Momente gesorgt. Eigentlich ist der Typ das klichee eines sehr jähzornigen, ungeduldigen und leicht abgedrehten Regisseurs… Aber er war trotzdem genial in meinen Augen.
Die wenigen Textstellen in denen er aktiv gehandelt hat, waren die unterhaltsamsten im ganzen Roman. Meist hat er  nämlich alles durch seine jähzornigkeit leicht aufgewühlt und an die Spitze getrieben… Mir hats gefallen 😀

Murdock: Der Hund von Bauer Tom. Und er war einfach nur genial ❤ ! Absoluter Lieblingscharakter, denn auch er war sooo strange xD … Ich habe noch nie von einem so merkwürdigen Hund gelesen, aber es hat riesen Spaß gemacht, seine (leide rar gesäten) Momente im Roman mitzuverfolgen 🙂 !
Ein Beispiel:

Mit einem abgrundtiefen Hundeseufzen trollte er sich in die Blumenrabatte, die sich am Haus entlangzog, und umrundete den Hof auf der schmalen Grasnarbe, bis er die Wirtschaftsgebäude erreichte.
„Was macht er da?“ wollte Annett wissen.
„Er vermeidet das Pflaster. Murdock ist in manchen Dingen ein wenig eigen. Er versucht bei Regen jeden Tropfen zu erwischen- und er läuft nicht über Steine. Solange er noch ein Welpe war, habe ich ihn getragen. Hin und wieder versucht er immer noch, mich rumzubekommen“ (S. 42f)


Negativ:

  • Platte Storyline

Das Buch ist eine leichte Liebesgeschichte.
Betonung auf leicht.
Das spannenste, was in dem Buch passiert ist, ist wortwörtlich ein Unwetter xD (MIT HAGEL, OKAY?! DAS IST GEFÄHRLICH!!)
Aaaber: Liebesromane müssen nicht spannend sein.
Es geht doch um die Lovestory.

Und wer braucht schon Handlung, wenn er die tiefgehende Liebe zwischen einem sturen Winzer und einer „Großstadttussi“ (nicht meine Worte, sondern die den Winzers) verfolgen darf ?!

Nein, ich erwarte von einem Liebesroman eigentlich nicht, dass da unglaublich viel passiert, das mich richtig umhaut… Aber sowas…

Um es unzensiert auszudrücken: Ich fand es einfach langweilig.

Das Happy End der beiden kann während der kompletten Handlung nur aus einem Grund nicht stattfinden: Vorurteile die die beiden „Liebenden“ gegenseitig haben.
SONST NICHTS!

Kein anderer Stolperstein, außer den Blockaden die die beiden im Kopf haben. Und ihren Zweifeln an der Liebe des anderen… Mir persönlich war das einfach alles viel zu platt.

  • Die Protagonisten

Unser liebstes Lieblingspärchen in „Landliebe“: Ellie, das Naivchen aus der Großstadt und Tom der mürrische Weinbauer.
Nein, ehrlich- ich hatte wirklich so meine Probleme mit den Protagonisten.

Fangen wir mal an mit Tom. Am Anfang, da konnte ich zwar seinem Denken und Handeln recht wenig abgewinnen, aber zumindest hat er da auch noch Potential für Charakterentwicklung gehabt.
Das Problem war aber: Er hat sich Charakterlich nicht in Positive sondern nIMG_5698ur noch krasser nach Hinten entwickelt.
In seinem Kopf hingen Vorurteile, die ihn Rund um die Uhr in seinem Handeln gebremst haben und ich konnte die ganze Handlung über null mit ihm warm werden.

Ellie dagegen schien für mich GAR KEINEN Charakter zu haben. Wenn ihr mich auffordern würdet, sie in drei Worten zu beschreiben… Ich würde ja sowas von ins stottern kommen. Denn… ja… keine Ahnung… Sowas wie Persönlichkeit kann ich ihrem flachen Charakter nicht abgewinnen.
Wobei wir bei einem Punkt sind, der mich auch gestört hat und das waren:

  • Klichees.

Das Buch ist ein einziges Klichee.
Individualität? Innovative Ideen? Außergewöhnliches?
Wenn du darauf stehst, bist du bei diesem Buch falsch bedient.
Alles hier ist sowas von Klicheebelastet und einfach platt.
Die Charaktere sind Klichee, die Lovestory steht in ihren Grundsäulen auch in etlichen anderen Liebesromanen und das große: „Wir müssen den Hof retten-Drama“ sowie dessen Lösung… Hab ich schon in vielen deutschen Filmen gesehen.. -_-


Fazit:

IMG_5333Tja.. das waren jetzt sowohl starke negative als auch starke positive Punkte.
Und ich kann nur nochmal betonen: Als ein leichtes Buch für Zwischendurch ist es akzeptabel und beschert einem einige unterhaltsame Stunden. Das wars dann aber auch. Handlungs und Charaktermäßig war das Buch nämlich einfach, so leid es mir tut, wirklich schwach.
Insgesamt gebe ich dem Buch deshalb 2,5 Sterne. Ich fand es einfach so mittel. Die positiven Punkte gleichen die negativen aus…
Weiterempfehlen würde ich es nur für Liebesroman-Fans. Alle anderen: Eher nicht zu diesem Buch greifen 😉

2,5 Sterne

Ich habe das Buch übrigens im Rahmen der #subdensommer Challenge gelesen.


Kennt ihr dieses Buch?
Und wenn ja, was ist eure Meinung dazu? 😀
Und wenn nein, wollt ihr es lesen? 

Alles Liebe und noch eine schöne Zeit euch :-D.

Eure Felia ❤

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10 Gedanken zu “[Rezension] „Landliebe“ von Jana Lukas

  1. DennisTriathlon schreibt:

    Was ein Glück, dass ich da nichts verpassen werden, ist eh nicht so ganz mein Genre^^
    Eine Sache die mir aufm Smartphone aufgefallen ist, hier am PC tatsächlich nicht mehr so extrem ist: die Einbindung der Fotos. Gerade bei deinem Punkt „Humorvoll“ sieht es am PC nur ein wenig komisch aus, wie Aufzählungspunkt und „Humorvoll“ vom Bild geteilt werden, teilt das Bild bei mir auf dem Handy die Überschrift. Das vielleicht als Tipp für kommende Rezensionen 🙂

    Gefällt 1 Person

  2. C.K. Moises schreibt:

    Wow! Danke für die ausführliche Rezension 😀

    Aber in einem Punkt muss ich dir widersprechen, auch Liebesromane sollten zumindest ein wenig Plot haben. Es mag primär um die Liebesbeziehung zwischen zwei Menschen gehen, aber auch da sollte ein Konflikt drinnen sein.

    Gefällt 2 Personen

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